Affiliateprogramme zur Trafficgewinnung
In der englischen Sprache bedeutet "to affiliate" soviel wie angliedern. Ein Affiliateprogramm ist eine erfolgsbasierte Bezahlung für Werbung. Im Unterschied zu Pay-per-Click oder Pay-per-1000-Impressions Programmen bekommt der Werbende (=Affiliate) eine erfolgsorientierte Vergütung pro Verkauf, pro Neuanmeldung oder pro vermitteltem Kunden. Ein Affiliateprogramm zahlt sich, gerade für große Unternehmen enorm aus. Bereits mit einem geringem Betrag kann man als Werbetreibender ein Partnerprogramm eröffnen.
Vorteile von Affiliateprogrammen
Der Vorteil liegt auf der Hand: Ich als Shopbesitzer bezahle an den Affiliate nur dann Geld, wenn er mir Kunden vermittelt. Wertlosen Traffic gibt es daher nicht, oder zumindest muss man ihn nicht vergüten. Die Werbeausgaben liegen ebenfalls beim Affiliate: Ein entscheidender Vorteil. Affiliates melden sich zumeist selbstständig bei Partnerprogrammen an, um mit ihrer Website Geld zu verdienen. Der Merchant (Händler) prüft die Seite des Affiliates und stellt nach erfolgreicher Prüfung dann Werbemittel (Banner, Textlinks, Layer, Integrationen) zur Verfügung. Verkäufe werden entweder prozentual (z.b. 5%) oder pro vermitteltem Verkauf (z.b. 5 Euro) zum Festpreis vergütet. Bei Stornierungen wird in der Regel auch die Affiliatevergütung storniert.
Partnernetzwerke
Die meisten Partnerprogramme laufen über große Partnernetzwerke. Die größten im deutschsprachigen Raum sind Zanox, Affilinet und (auch international) Commission Junction. Dort sind alle großen Merchants vertreten, von Online-Kaufhäusern über Kreditfirmen und B2B-Angeboten.
Konkurrenz im Partnernetzwerk
Als Merchant muss man dem Affiliate gute Provisionen bieten. Wenn man nichts an dem Partnerprogramm verdienen kann, dann wird sich ein Affiliate einen anderen Merchant suchen. Affiliates wissen oft genau Bescheid über die Vorgänge im Web. Haben sie eine sehr niedrige Conversionrate, dann sollten sie bessere Vergütungen als die Konkurrenz bieten. Ist ihre Conversionrate dagegen traumhaft hoch, so geben sich Affiliates auch mit weniger zufrieden.
Premium Affiliates und gestaffelte Provisionen
Manche Affiliates vermitteln unglaubliche Bestellvolumina und jedes Partnerprogramm hat daher meist eine kleine Gruppe von sogenannten "Premium Affiliates". Diese sollte man sich unbedingt halten. Ein erster Schritt dazu ist es, den Premium Affiliates bessere Konditionen und höhere Provisionen als der Rest zu bieten. Auch gestaffelte Provisionen sind ein Grund für Affiliates, dass sie motivierter an das Partnerprogramm herangehen. Ein Beispiel wäre etwa: Bis 5 Bestellungen im Monat 5% Provision, ab 5 Bestellungen dann 5,5 und ab 50 Bestellungen 7 % Provision. So kann man in der Regel davon ausgehen, dass der Affiliate versuchen wird die nächsthöhere Grenze zu erreichen. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten, die Premium-Affiliates zu halten. Vodafone lädt seine größten Affiliates jedes Jahr auf eine Reise ein. So entsteht auch eine Identifikation mit der Firma.
Tracking
Eine gute Trackingphilosophie ist ebenfalls für den Erfolg des Partnerprogrammes essentiell. Man unterscheidet zwischen Session- und Cookie-Tracking. Bei einem Sessiontracking wird der Affiliate nur dann ausgezahlt, wenn der Kunde beim direkten Besuch von der Werbewebsite auf das Partnerprogramm etwas kauft. Gerade bei hochpreisigen Produkten ist es aber oft so, dass die Kunden meist eine gewisse Zeit überlegen oder noch andere Angebot einholen. Kommt der Kunde dann erneut auf den Shop und das dieses Mal direkt (z.b. über eine Suchmaschine), dann erhält der Affiliate nichts.
Eigentlich hat der Affiliate aber den Erstkontakt hergestellt und viele empfinden so ein Vorgehen als ungerecht. Deswegen hat man Cookie-Tracking eingeführt. Geht nun ein Kunde über eine Affiliateseite auf den Shop, so wird in diesem Moment auf dessen Rechner ein Cookie installiert, das z.B. 30 Tage auf dem Rechner bleibt. Verlässt der Kunde den Shop, kommt aber innerhalb dieser 30 Tage wieder und kauft etwas, so erhält der Affiliate trotzdem eine Provision. In der Regel gelten Cookies 30 bis 60 Tage, in Ausnahmefällen sogar 360 Tage.
SEM (Adwords) für Affiliates
Wer ein Partnerprogramm betreibt, der kann natürlich seinen Affiliates auch erlauben das Partnerprogramm mit Google Adwords und anderen Werbemitteln zu bewerben. Hierbei sollte man allerdings gewisse Restriktionen einhalten, da sonst leicht Chaos entsteht. Besonders problematisch ist es, wenn man selbst SEM betreibt und dann wegen seiner eigenen Affiliates mehr pro Klick bezahlen muss, weil sie in den Wettbewerb drängen und so den Klickpreis erhöhen. Wenn man SEM erlaubt, sollte es daher von Anfang an feste Absprachen geben. Prinzipiell ist SEM für Affiliates aber möglich und sogar ratsam, wenn man es selbst nicht betreibt.